Atomschlag, was tun?

3. Weltkrieg wegen Russland/Ukraine Konflikt?

Durch den scheinbar immer weiter eskalierenden Streit zwischen der Ukraine/Nato und Russland, und dessen hoffentlich nicht eintretenden katastrophalen Folgen wie z.B. einen potenziellen 3. Weltkrieg, ist es wohl an der Zeit einen Beitrag zu schreiben, zu einem der schlimmsten Szenarien welches man sich nur vorstellen kann. Einen Atomschlag.

Der erste Einsatz einer Atomwaffe. Am 6. August 1945 um 8:16 Uhr explodierte die Bombe “Little Boy” in ca. 600m Höhe über der Stadt Hiroshima. Insgesamt starben über 160.000 Menschen an den Folgen der Explosion.

Viele Menschen sind der Meinung, dass es sich nicht lohnen würde, sich auf einen Atomschlag vorzubereiten. Ich bin da anderer Meinung und vor allem bin ich der Meinung, dass man auch einen solchen Angriff überleben kann, wenn man weiß was man tun muss.

Am Ende entscheidet allerdings häufig das Glück darüber ob wir überhaupt Schutzmaßnahmen treffen können. Ob ein Leben nach solch einem Atomschlag bzw. Krieg noch lebenswert ist, bzw. lebenswert sein kann, mag jeder für sich selbst entscheiden. Diese Diskussion hatten wir auch bereits des Öfteren in unserem Forum.

Auch wenn ich die Wahrscheinlichkeit für den Einsatz von Kernwaffen als sehr gering einschätze, so standen wir schon lange nicht mehr so nah an einem potenziellen Konflikt, zwischen mehreren Atommächten, wie Heute.

Aber auch abseits eines möglichen Konflikts mit Russland, gibt es noch weitere mögliche Szenarien für einen Atomschlag. Solch ein Angriff wäre auch durchaus von einer Terrororganisationen denkbar und muss dementsprechend nicht mit der totalen Zerstörung unserer Zivilisation einhergehen.

Ich gebe euch deshalb hier einen kleinen Leitfaden an die Hand, wie man sich zumindest Ansatzweise auf ein solches Szenario vorbereiten kann.

Mit Kernwaffen geführter Angriff

– Vorwarnzeit für die Bevölkerung Fall 1, politische Ereignisse: Mehrere Wochen bzw. Monate

– Vorwarnzeit für die Bevölkerung Fall 2, plötzlicher Angriff (Computerfehler/Virus, Sabotage, Ultranationale Militärs/Terrorismus): 0 – 30 min. nach Abschuss und frühzeitiger erkennung (ICBM Russland nahe Moskau nach USA Westküste ca. 30 min)

Folgen einer 1 Megatonnen Atomwaffe:

Druckwirkung:

Bodennullpunkt (Ground Zero) Totale Zerstörung ca. 2,5 Km (Zerstörung massiver Gebäude und Betonbauten)

Weitgehende Zerstörung ca. 6 Km (Zerstörung nicht verstärkter Gebäude)

Mäßige zivile Schäden ca. 17 Km (Fensterglas bricht, Verletzungen durch Splitter möglich)


Thermische Wirkung:

Starke Brandwirkung = 10 Km (Ohne Schutz= Menschen und Materie können vollständig verdampfen)

Verbrennungen 3. Grades = 12 Km

Verbrennungen 2. Grades = 15 Km

Verbrennungen 1. Grades = 19 Km


Nukleare/Radiologische Wirkung:

Die Wirkung der “indirekten” Strahlung durch Alpha- und Beta-Teilchen, die bei den Zerfallsprozessen des Brennstoffs freigesetzt werden, ist vernachlässigbar da sich die maximale Reichweite dieser Strahler innerhalb des Ground Zero befindet.

Bei der Explosion entsteht allerdings auch hochenergetische Neutronen- und Gammastrahlung, hervorgerufen durch Kernspaltung und, je nach Bombentyp, Kernfusionsprozessen. Die “direkte” Kernstrahlung hat eine wesentlich höhere Reichweite und ensteht nur während der Explosion selbst, die bis zu eine Minute andauern kann.
Die Intensität der direkten Kernstrahlung erreicht ihren Höhepunkt innerhalb von Sekundenbruchteilen nach der Detonation und nimmt danach stetig ab. Auch wenn die Reichweite von Neutronen und Gammastrahlung wesentlich höher ist, nimmt die Strahlendosis mit der Entfernung zum Explosionsort exponentiell ab.

Die Folgen der direkten Kernstrahlung spielen deshalb nur bei Sprengkräften von bis zu 50 Kilotonnen eine bedeutende Rolle, da bei höheren Sprengkräften die Todesursache maßgeblich von der Druckwelle und Wärmestrahlung bestimmt wird.

Diese Isotope werden bei einem Atomschlag freigesetzt.
Die Hauptspaltprodukte die bei einer Kernwaffenexplosion entstehen und deren Halbwertszeit, also die Zeit die vergehen muss bis die Strahlung nur noch halb so stark ist.

Fallout: Minuten, Stunden oder Wochen nach der Detonation

Ein Atomschlag von 20 x 2MT Atombomben auf westdeutsche Großstädte, hätte ca. 15 Millionen Todesopfer gefordert und weite Teile Deutschlands unbewohnbar gemacht.

Der Fallout setzt sich meistens nach dem ersten Regen ab (deshalb Fallout bzw. Washout) und kontaminiert somit, in der Regel, nur eine regional begrenzte Fläche.

Diese wäre dann allerdings für mehrere Jahrzehnte unbewohnbar, bzw. Nur mit enormen Aufwand wieder bewohnbar zu machen.


Die Hauptspaltprodukte, die bei einer Kernexplosion entstehen, sind Technetium 99, Cäsium137, Iod 131, Krypton 85, Xenon 135 und Strontium 90.

Die größten Gefahren gehen dabei von Cäsium 137, Iod 131 und Strontium 90 aus, da diese Isotope vom Körper am einfachsten aufgenommen werden.

Während eine Bodenexplosion viel radioaktives Material in die Luft befördert und eine große Fläche radioaktiv verseucht, ist eine Luftexplosion “sauberer” und hinterlässt nicht so viel radioaktives Material im Abwurfgebiet. Ein Fallout kann allerdings nie gänzlich ausgeschlossen werden.

Der Atomwaffentest “Castle Bravo” war eine typische Bodenexplosion auf dem Bikini-Atoll. Selbst Heute kann man noch Spuren dieses Atomwaffentests im Boden feststellen
“Little Boy”, die Atombombe die über Hiroshima explodierte, war eine typische Luftexplosion. Aufgrund des Mach-Effekts verstärkt sich die Druckwelle, da diese vom Boden reflektiert wird.

Von den derzeitigen Atommächten wird die Luftexplosion in der Regel bevorzugt, da diese Explosionsart eine stärkere und weitreichendere Zerstörung, ausgelöst durch den “Mach-Effekt”, verursacht.

Eine Bodenexplosion könnte z.B. durch eine Terrororganisation herbeigeführt werden, da diese in aller Regel nicht über die technischen Fähigkeiten, wie z.B. ballistische Raketen, verfügen.

Was kann ich tun?

Sobald bekannt ist, dass ein Atomschlag kurz bevor steht, z.B. durch ein Frühwarnsystem oder Ähnliches, hat man ca. 5 – 20 min (eher weniger) Zeit um

1. Alle Fenster und Türen schließen (Wenn möglich mit Panzerband sichern (Splitterschutz) und abdichten)

2. Rollladen herunterlassen (Splitterschutz)

3. Badewanne(n), Waschbecken, etc. mit Wasser volllaufen lassen (Abstellen nicht vergessen!)

4. Falls vorhanden, alle Lebensmittel und Wasservorräte in die Schutzräume/Keller umlagern

5. Gasleitungen schließen!

6. Falls kein Schutzraum oder Keller Vorhanden ist, Fenster und Türen mit Decken und Matratzen abdecken (Splitterschutz)

7. Wenn möglich, Schutzraum/Keller aufsuchen. Falls kein Schutzraum/Keller vorhanden ist, unter Türbögen und Wandecken hocken (Einsturzgefahr)


Einen öffentlichen Bunker zu benutzen sollte nur dann in Frage kommen wenn ihr in unmittelbarer Nähe zum jeweiligen Bunker wohnt und innerhalb der ersten 5 Minuten dort anwesend sein könnt.
Am Ende könntet ihr vor verschlossenen Türen stehen und somit dem Atomexplosion ohne Schutz gegenüberstehen.

Die meisten zivilen Bunker sind nur für ca. 500 – 1000 Leute konzipiert.
Bunker sind außerdem eine Sache der Gemeindeverwaltung. (Deutschland)
Informationen über Schutzbunker bekommt ihr beim örtlichen Gemeindeamt.

Ist die Explosion vorüber und es wurden keine Schäden am Gebäude festgestellt, empfiehlt es sich in dem Raum zu bleiben in dem die wenigsten Fenster sind, soweit kein Schutzraum zur Verfügung steht.

Man sollte sich immer in der Mitte des Raums, gegebenenfalls an einer Stelle die am weitesten von einer Außenwand entfernt liegt, aufhalten. (Strahlenschutz)

Bringt so viel Material (Möbel, etc.) wie möglich, zwischen euch und den Außenwänden. Jeder Millimeter Material reduziert die Strahlungsintensität.

RadioAnzeige und Fernsehgeräte sollten IMMER eingeschaltet bleiben um Informationen zu erhalten und um eventuelle Evakuierungsmaßnahmen mitzubekommen.

Regionalsender sollten bevorzugt werden!


Tritt ein Atomschlag überraschend auf, SOFORT auf den Boden werfen (Am besten in eine Senke bzw. hinter eine Mauer), Hände unter den Körper, nicht in den Lichtblitz schauen.

In Gebäuden unter einen Tisch, neben großen Schränken oder unter Türbögen bzw. Wandecken Schutz suchen.

Ist die Explosion vorüber, sofort ein sicheres Gebäude aufsuchen und die oben genannten Schritte ausführen!

Strahlenschutz beachten!

Kontaminierte Kleidung vor dem Betreten eines Gebäudes ausziehen und in einer Mülltüte oder Sack entsorgen!

Danach Kopf/Haare gründlich auswaschen und erst danach den Körper abwaschen!

Wenn möglich sofort oder wenige Std. nach dem Atomschlag bzw. der Kontamination, Jod-Tabletten zur Jodblockade zu sich nehmen!

Davon ausgenommen sind Personen ab einem Alter von 45 Jahren, da ab diesem Alter die Wahrscheinlichkeit an Schilddrüsenkrebs zu erkranken geringer ist und die Nebenwirkungen weitaus mehr Schaden anrichten könnten.

Kaliumiodid Tabletten werden in der Regel von der Regierung zur Verfügung gestellt, jedoch zeigen Ereignisse wie Fukushima, dass die Regierung nicht ausreichend vorbereitet wäre/ist um eine sichere Versorgung für alle zu gewährleisten!

Zudem gibt es das sogenannte “Berliner Blau” oder auch “Preußischblau”, ein anorganisches Pigment welches als Gegenmittel gegen Cäsium 137 eingesetz werden kann.

Berliner Blau bindet das schädliche Cäsium und wird dann über den Darm ausgeschieden. Die bläuliche Färbung des Kots ist dabei völlig normal.

Die bei einem Atomschlag freigesetzten Isotope können mit diesen Gegenmitteln bekämpft werden.
Eine Liste mit Antidoten (Gegenmittel) gegen verschiedene Radionuklide

Nach ca. 7 – 14 Tagen sollte, unter einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen und Strahlenschutzmaßnahmen, ein verlassen des Schutzraumes bzw. Hauses wieder möglich sein.

Ein StrahlenmessgerätAnzeige (Geigerzähler) ist hier natürlich von Vorteil.

Sekundärbrände, die durch die Explosion selbst entstanden sind bzw. aufgrund der entstandenen Schäden verursacht wurden, können auch noch Tage nach dem Angriff, radioaktive Partikel in die Luft wirbeln.

Es ist daher sinnvoll, wenn möglich, das kontaminierte Gebiet so schnell wie möglich zu verlassen.

Nach einem Atomschlag wird das Militär sehr schnell Dekontaminationsstraßen aufbauen um kontaminierte Personen und Fahrzeuge zu dekontaminieren.
Sogenannte “Dekontaminationsstraßen” können in relativ kurzer Zeit aufgebaut und betrieben werden. Häufig muss man diese “Straßen” durchqueren um aus einem verstrahlten Gebiet zu gelangen.

Hierbei solltet ihr darauf achten, keinen Staub einzuatmen. Dies verhindert ihr am besten mit einer FFP2 bzw. FFP3 Maske bzw. P3 FilterAnzeige.

Entfernt euch immer in die Richtung aus die der Wind kommt. Kommt der Wind also aus Westen richtung Osten, solltet ihr nach Westen ausweichen. So wird der potenzielle Fallout von euch weg getragen und ihr lauft nicht direkt hinein.

Eine Regenjacke/Hose oder Regenponcho sind relativ leicht zu dekontaminieren. Die Dekontamination sollte allerdings immer außerhalb eines Gebäudes vorgenommen werden, zum Beispiel in einer Ecke des Gartens. Für die Dekontamination reichen eine weiche Bürste, Wasser und Seife aus, da die radioaktiven Isotope häufig an Staub gebunden sind und somit “relativ” einfach abgewaschen werden können.

Achtet bei der Dekontamination darauf, dass kein kontaminiertes Wasser in Augen/Nase/Mund/Ohren gelangt.

Beim dekontaminieren des Körpers immer von Oben nach Unten vorgehen. Erst Haare/Kopf dann Ober- und Unterkörper.

Vergesst nicht eure Körperfalten gewissenhaft zu reinigen. Auch der Dreck unter Fingernägel und Fußnägel muss entfernt werden.

Bei der Dekontamination ist, wenn möglich, das “Buddy Prinzip” (2 Personen) anzuwenden. Hier ist der Eigenschutz (Maske, Brille, Handschuhe, Overall) zu beachten.

Die Dekontaminationsstelle sollte man markieren, damit nachfolgende Personen erkennen können dass sich dort kontaminiertes Material befindet.

Achtet nach der Explosion auf mögliche Symptome der Strahlenkrankheit. Benommenheit, Kopfschmerzen und Erbrechen sind häufige Symptome. In solch einem Fall ist sofortige medizinische Hilfe notwendig! Treten diese Symptome innerhalb von wenigen Stunden (1-2 Std) nach der Detonation auf, muss man von einem akuten Fall der Strahlenkrankheit ausgehen. Je früher die Symptome auftreten desto geringer ist die Überlebenswahrscheinlichkeit.

Mehr Informationen zur “Strahlenkrankheit” gibt es in einem separaten Blogbeitrag.

Ich hoffe dir hat dieser Blogbeitrag gefallen und hilft dir bei deinen Vorbereitungen zum Thema “Atomschlag”.

Falls du ähnliche Beiträge in Zukunft nicht verpassen möchtest, abonniere doch einfach meinen kostenlosen Newsletter! So wirst du automatisch kontaktiert sobald ich einen neuen Beitrag poste.

Das könnte dich auch interessieren …

2 Antworten

  1. 16. Januar 2022

    […] ist es passiert. Ein GAU, eine Nuklearexplosion, eine schmutzige Bombe etc.In diesem Blogbeitrag möchte ich mit euch nicht die Ursache der […]

  2. 7. März 2022

    […] Atomschlag, was tun? […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.